Mittwoch, 25. März 2009

ich bin

schwanger in der 20. Woche.
Das Kind im Bauch ist sehr aktiv und ich bin fasziniert, dass in mir ein neuer Mensch heran wächst.

Langsam lebe ich mich auch hier ein.
Letztens wurde mir bewußt, dass wenn ich einige Jahre hier gelebt habe und mich verwurzelt habe, dass das Berlin, in das ich zurückkehren würde, nicht das Berlin ist, welches ich verlassen habe.

Im Zuge der schwangerschaftlichen Übelkeiten und Schwindelbeschwerden hat meine Arbeit ziemlich gelitten. Außerdem hat das Kind einiges von meinen Schilddrüsenhormonen für sich benötigt und ich mußte meine Dosis herhöhen. Seit einiger Zeit fühle ich mich wieder fit und tatkräftig.

Den Haushalt teilen der Mann und ich jetzt wieder vernünftig. Wir haben einen richtigen Plan aufgestellt, in dem die Putzarbeiten und die/der Verantwortliche aufgelistet ist *g*
das WE bleibt frei. Endlich. Am Samstag hatten wir beide nie Lust was zu machen.
Es war so einfach in das Rollenmuster - Mann bringt die Kohle nach Hause, Frau macht den Haushalt zu fallen, dass ich jetzt noch entsetzt bin, dass ich - die ich nieee in diese Falle laufen wollte, da rein geraten bin. Das schlimme ist auch, dass der Mann das auch nicht wollte und trotzdem ist es passiert.

Ich stellte mir die Frage, was will ich dem Kind eigentlich vorleben? Ich bin eine freie, selbständige Frau, die mit einem Mann verheiratet ist, wenn ich danach lebe, weiß ich, dass es der richtige Weg ist. Allerdings bin ich schockiert von mir, wenn ich aus Bequemlichkeit (!) dazu neige, mich unterzuordnen! Es scheint im ersten Augenblick der leichtere Weg zu sein, bis ich dann feststelle, dass es meine Sackgasse ist.

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass es bei Berufsbezeichungen nicht so einfach ist, Mann und Frau miteinzubiehen. Ich mein, ich will keinen politisch korrekten Fachaufsatz schreiben, aber ich will nicht die Frauen in den Männerbezeichnungen und die Männer in den Frauenbezeichnungen verschwinden lassen. Also meine Lösung: ich schreib nie unspezifisch die Buchhändlerinnen oder die Buchhändler sondern entweder die Buchhändlerin oder der Buchhändler. Je nachdem, wer grad was macht.

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Zuletzt aktualisiert: 6. Nov, 10:16

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